Dienstag, 30. Januar 2018

Bildung als Chance

Detlef Hühnert, hühnert training
Die Zeitarbeit hat viele Herausforderungen in diesem und auch in den nächsten Jahren zu bewältigen. Neben der erfolgreichen Umsetzung der AÜG-Reform und des Equal Pay wird der Zeitarbeitsmarkt sehr stark durch den demographischen Wandel, den Fachkräftemangel und den daraus resultierenden hohen Bedarfen an qualifizierten Kräften geprägt.

Es wird nur das Zeitarbeitsunternehmen am Markt erfolgreich bestehen, welches sich diesen besonderen Herausforderungen stellt. Insbesondere die Anforderungen an Weiterbildung und Qualifizierung in der Zeitarbeit werden zu einer zentralen Herausforderung werden.

Wo heute nur punktuell über Weiterbildung gesprochen und diese letztlich auch umgesetzt wird, braucht es in der Zukunft tragfähige Konzepte, um uns langfristig als professionellen Personaldienstleistungspartner weiter zu entwickeln und am Markt zu behaupten.

Zunächst wird hier die Identität und die Positionierung des Personaldienstleisters eine gewichtige Rolle spielen. Weg vom Personalbeschaffer, hin zum respektierten Personaldienstleistungspartner! Denn solange es keine tarifvertraglichen Modelle gibt, ist die Herausforderung in der Personalentwicklung maßgeblich die individuelle Beratung und Lösungserarbeitung in Kooperation mit den Kunden und natürlich auch mit den betreffenden Mitarbeitern.

Aber was bedeutet das konkret in der Zeitarbeit? Die Antwort hierauf erscheint sehr komplex.

Zum einen müssen wir die besonderen Bedarfe des Marktes genau betrachten. Zum anderen müssen wir die Gruppen überbetrieblicher Mitarbeiter identifizieren, bei denen eine Weiterentwicklung mit Blick auf den Markt sinnvoll erscheint.

Es gilt weiter zu betrachten, welche Möglichkeiten es derzeit schon gibt und welche erfolgreich umgesetzt werden. Aber wir brauchen auch neue Ideen.

Der „qualifizierte Helfer“ ist mittlerweile ein geflügelter Begriff. Selbst an einfachere Helfertätigkeiten werden sehr wohl Anforderungen gestellt, so dass auch hier eine Weiterentwicklung des Mitarbeiters unerlässlich ist. Dies kann und muss jedoch in Absprache mit dem Kunden über informelle Personalentwicklungsmaßnahmen bei der Arbeit geschehen.

Auf der anderen Seite braucht es formale Weiterbildungsprogramme, die nur, gerade auch hinsichtlich der Finanzierbarkeit, in Zusammenarbeit mit Kunden, Weiterbildungsträgern und vielleicht auch mit dem Verband erarbeitet werden müssen.

Fakt ist, permanentes lebenslanges Lernen auf allen Ebenen und in allen Bereichen wird von Tag zu Tag wichtiger. Allein die Digitalisierung wird eine kontinuierliche Qualifizierung erfordern.

Um all dies zu ermöglichen, ist es von immenser Bedeutung, dass wir unsere internen MitarbeiterInnen und KollegInnen ebenfalls sehr stark auf dieses Thema sensibilisieren und sie im Rahmen der Personalentwicklung befähigen, qualifizieren und weiterbilden, um den hohen Anforderungen jederzeit gerecht zu werden.

Wir sollten das Thema Bildung als Chance betrachten, mit dem wir uns neue Möglichkeiten im Geschäft der Personaldienstleistung erschließen können. Dies setzt jedoch voraus, dass wir uns intensiv und tiefer mit den von mir beschriebenen Herausforderungen und Möglichkeiten beschäftigen.

Und genau das werden wir in meinem Workshop auf dem iGZ-Forum Personalmanagement in Düsseldorf am 15. Februar 2018 tun.

Ich freue mich auf viele konstruktive Ideen und einen intensiven Austausch.

Der Autor: Detlef Hühnert ist Geschäftsführer von Hühnert Training. In seine Beratungspraxis bringt Hühnert einen umfangreichen Erfahrungsschatz aus mehr als 25 Jahren beruflicher Tätigkeit in den Bereichen Vertrieb, Führung und Management ein. Er besitzt eine hohe Fachkompetenz in der Trainingsmethodik und -didaktik sowie der modernen Neurowissenschaft. Sie erreichen ihn unter info@huehnert-training.de.

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