Freitag, 22. April 2016

Zeitarbeit hilft!

Zeitarbeit hilft Wirtschaft und Arbeitsmarkt! - Dieser Slogan wurde jetzt beim Bundeskongress Zeitarbeit in Bremen vorgestellt. Es ist die konsequente Fortentwicklung der Vitamin Z-Kampagne aus dem vergangenen Jahr, zu dem Viele noch die Zitrone als Leitmotiv in Erinnerung haben. Doch diese Fortentwicklung ist weit mehr als nur das Ersetzen der Zitrone durch einen blauen Keil vor einem grünen Band: Wir laden die Idee, die hinter Vitamin Z steht, vor allen Dingen inhaltlich auf. Denn es geht im Kern ja nicht um Obst, sondern um das, was ein Vitamin ausmacht: Es hilft und unterstützt den Körper. Und das passt wunderbar auch auf die Zeitarbeit, die sich in ihrer eigenen Bedeutung für Wirtschaft und Arbeitsmarkt auch nicht wichtiger nimmt, als sie mit ihren gerade einmal 2 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen de facto ist - die aber dennoch selbstbewusst genug (geworden) ist, ihre Stärken und Erfolge, die sie für die Gesellschaft insgesamt erzielt, nach außen zu tragen.

Denn ich bin davon überzeugt, dass es jetzt an der Zeit ist, dass die Zeitarbeit selbstbewusst und mit erhobenem Haupt ihre eigenen Stärken präsentiert und kommuniziert. In den vergangenen Jahren war es wichtig - und richtig - dass man sich von den schwarzen Schafen abgegrenzt hat und die Bemühungen der Branche zur Selbstreinigung betonte.

Das spiegelte sich übrigens auch in den Slogans der iGZ-Bundeskongresse in den vergangenen Jahren wieder:

2016: Vitamin Z - Zeitarbeit hilft Wirtschaft und Arbeitsmarkt
2015: Vitamin für Wirtschaft und Arbeitsmarkt
2014: Gute Zeitarbeit hat Zukunft
2013: Gute Zeitarbeit spricht für sich
2012: Zeichen guter Zeitarbeit
2011: Zeichen setzen - jetzt!
2010: Moderne Zeitarbeit: Fair. Flexibel. Sicher.

Von 2012 bis 2014 dominierte das Schlagwort der "Guten Zeitarbeit". Bewusst haben wir hier die Gewerkschafts-Kampagne der "Guten Arbeit" aufgegriffen und, wenn man so will, im Slogan zitiert. Die Botschaft dahinter war: Es gibt eine verantwortungsvolle Zeitarbeit und der iGZ gestaltet die Rahmenbedingungen. Etwa dadurch, dass wir als einziger Verband in der Zeitarbeit nicht nur einen Ethik-Kodex entwickelt haben, sondern diesen auch von einer unabhängigen Kontakt- und Schlichtungsstelle überwachen lassen. Sanktionen bis zum Verbandsausschluss sind bei Verstößen möglich und auch schon angewendet worden. Denn sowohl Mitarbeiter als auch Kunden sollen sich darauf verlassen können, dass sie mit einem iGZ-Mitglied als Personaldienstleister an ihrer Seite eben genau diese "gute Zeitarbeit" praktizieren. Darüber hinaus erlaubte der Hinweis auf die "Gute Zeitarbeit" stets auch die Abgrenzung zu möglichen Missbrauchsfällen. Und auf diese Weise wurde für alle deutlich gemacht, dass Missbrauchsfälle meist Einzelfälle sind und sich dadurch eben nicht die Systemfrage stellt.

Doch auch diese Kommunikationsstrategie hatte Nachteile: Dadurch, dass man sich von dem Negativen abgrenzt, macht man es dann doch wieder selbst zum Thema. Und wir sind überzeugt, dass all das, was mittlerweile als "Missbrauch" in der Zeitarbeit verstanden wird, individuellem, größtenteils rechtsbrecherischem Tun entspringt - und nicht in den Rahmenbedingungen der Zeitarbeit ihren Ursprung hat. Und: Die medial immer wieder gerne gehypten Missbrauchsfälle in der Zeitarbeit sind wohl eigentlich gar nicht soviel häufiger als in anderen Branchen. Für manche Journalisten, die sich dann ironischerweise auch noch als besonders investigativ verstehen, ist ein Beitrag über Zeitarbeit häufig noch ein Garant für billigen Applaus. Ein System-Skandal besteht jedoch schon lange nicht mehr. Auch, Dank der klaren Positionierung des iGZ und seiner Mitglieder.

Und so ist es an der Zeit, dass wir offen über die Erfolge sprechen. Zeitarbeit hilft. Dem Standort Deutschland. Den Unternehmen. Den Arbeitnehmern. Das bringen wir mit der neuen Kampagne auf den Punkt. Und wir unterfüttern es mit echten Beispielen. Nicht in der Werbelinie selbst. Das liegt vor allen Dingen daran, dass es der Respekt vor den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gebietet, dass man diese nicht über Gebühr in die Öffentlichkeit zerrt. Aber wir belegen es dann natürlich doch mit konkreten Beispielen. Auf der Kampagnenseite www.zeitarbeit-hilft.de sind die ersten Beispiele online. Weitere werden folgen. Denn "Zeitarbeit hilft" soll die Branche in den kommenden Monaten weiter begleiten. Und es wird eine Kampagne zum Mitmachen. Gemeinsam mit den Mitgliedsunternehmen im iGZ wollen wir weitere Medien und Einsatzmöglichkeiten entwickeln, um die Botschaft gemeinsam unters Volk zu bringen. Schließlich gibt es keinen wichtigeren Multiplikator als die rund 3.100 Mitgliedsunternehmen, die jeden Tag vor Ort den Kontakt zu den Mitarbeitern und Kunden haben und halten.

Die ersten Produkte sind zum Bundeskongress Zeitarbeit vorgelegt worden: Es gibt Postkarten, Schlüsselanhänger, Internetseite, Bilder und Motive und ein Video. Ich darf Sie herzlich einladen: Reden Sie mit! Geben Sie uns Ihr Feedback und sagen Sie uns Ihre Wünsche, wie und mit welchen Instrumenten wir diese Kampagne weiter entwickeln sollen. Denn für uns im iGZ ist es immer wichtig, nah an den Mitgliedern zu sein. Und diese Kampagne ist eine für die Branche!

Der Autor:
Marcel Speker ist Leiter Kommunikation und Arbeitsmarktpolitik beim Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ). Sie erreichen ihn unter speker@ig-zeitarbeit.de.