Montag, 21. Dezember 2015

Wie werde ich PDK-Ausbilder und was sollte ich wissen? - Ein Überblick

Den Ausbildungsberuf Personaldienstleistungskaufmann/ -kauffrau (kurz PDK) kennt in der Zeitarbeitsbranche mittlerweile jeder. Inzwischen ist er im achten Jahr seines Bestehens und die Azubizahlen sind konstant hoch – ein klarer Beweis für die Notwendigkeit und Qualität des Berufsbildes.

Erste Schritte

Die örtlichen IHKn bieten jede Menge Unterstützung. Es empfiehlt sich deshalb, zuerst Kontakt zum IHK-Ausbildungsberater aufzunehmen. Die Kontaktadresse finden Sie auf der Website Ihrer IHK. Als Ausbilder eignen sich Geschäftsführer oder Mitarbeiter, die über eine langjährige Berufserfahrung verfügen und einen Ausbilderschein („AdA-Schein“) haben, der die erforderlichen arbeitspäda-gogischen Kenntnisse nachweist. Der so genannte „AdA-Schein“ kann bei Bedarf in kurzer Zeit nachgeholt werden. Da es verschiedene Ausnahmeregelungen gibt, sollten Sie unbedingt mit Ihrer IHK sprechen. Wenn Sie einen passenden PDK-Azubi gefunden haben, schließen Sie einen Ausbildungsvertrag ab und lassen ihn bei Ihrer IHK eintragen. Ausbildungsverträge finden Sie ebenfalls auf der Website Ihrer IHK zum kostenlosen Download.

Azubi finden

Nutzen Sie alle Kanäle wie z.B. Social Media - darunter auch die Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit - Schul-Infotage oder Ausbildungsmessen und sprechen Sie mit dem Arbeitgeber-Service Ihrer Arbeitsagentur. Bei der Rekrutierung von Auszubildenden ist es hilfreich, auf Karrierechance hinzuweisen. Fertige Personaldienstleis-tungskaufleute können sich beispielsweise zum IHK-geprüften Personaldienstleistungsfachwirt und anschließend zum Betriebswirt qualifizieren.

Lerninhalte und Ausstattung

Alle Inhalte, die einem PDK-Azubi zu vermitteln sind, beinhaltet die Ausbildungsordnung. Als Teil davon benennt der Ausbildungsrahmenplan die Themen im Detail und gibt vor, in welchem Ausbildungsjahr schwerpunktmäßig welche Fertigkeiten und Kenntnisse erlernt werden sollen. PDK-Ausbilder sind z.B. für die Praxisumsetzung der Themen Vertrieb, Rekrutierung, Mitarbeiterbetreuung und Arbeitssicherheit verantwortlich. Der Ausbildungsbetrieb muss entsprechend diesen zu vermittelnden Inhalten ausgestattet sein. Als technische Ausstattung reicht bei kaufmännischen Berufen in der Regel ein Arbeitsplatz mit PC. Die Ausbildungsordnung steht wie alle anderen wichtigen Dokumente auf der PDK-Website der Zeitarbeitsverbände unter www.alle-achtung.info.

Verbundausbildung

Diese Lösung ist gerade für kleine oder auch sehr spezialisierte Personaldienstleister eine Option. Wenn ein Zeitarbeitsunternehmen der Meinung ist, dass es nicht alle Inhalte, die im Ausbildungsrahmenplan aufgeführt sind, fachgerecht vermitteln kann, kann es im Verbund ausbilden. Hierbei schließt sich meistens ein „Leitbetrieb“ mit einem oder mehreren Partnerbetrieb(en) zusammen. Dadurch wird die Vermittlung von Ausbildungsabschnitten - das müssen mindestens sechs Monate sein - auf mehrere Schultern verteilt. Die Hauptverantwortung liegt beim „Leitbetrieb“, der mit dem Auszubildenden den Vertrag abgeschlossen hat und die Vergütung zahlt.

Studienabbrecher

In den letzten Jahren hat sich herausgestellt, dass auch der Beruf PDK – typisch für kaufmännische Berufe – mehrheitlich von jungen Frauen gewählt wird. Außerdem sind die Azubis eher älter, 2013 zum Beispiel waren 35 Prozent der PDK-Azubis über 23 Jahre alt.
Viele iGZ-Ausbildungsbetriebe sehen in Studienabbrechern eine passende Zielgruppe. Die Azubis sind älter und können sich oft selbstsicherer gegenüber Arbeitnehmern positionieren. Anfang 2016 gibt der iGZ eine PDK-Broschüre heraus, die gezielt Studienabbrecher und Neuorientierer anspricht. Damit können Mitgliedsunternehmen, Studienberatungen und z.B. Arbeitsagenturen auf wechselwillige Studenten zugehen.

Förderung

Ausbildungsverhältnisse können generell förderfähig sein. Zuständig dafür ist die Bundesagentur für Arbeit, die verschiedene Modelle anbietet.

Was kostet eine Ausbildung und wo gibt es weitere Tipps? Das lesen Sie in der neuen Z direkt!  



Die Autorin:

Dr. Jenny Rohlmann leitet das Referat Verbandsmarketing beim Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen. Sie erreichen sie unter rohlmann@ig-zeitarbeit.de.