Freitag, 28. August 2015

Personalpolitik 4.0 - Die Antwort auf die Herausforderungen der Digitalisierung

Die aktuelle Wirtschaftslage in Deutschland ist derzeit noch geprägt durch innovative Produkte, die sowohl in Europa als auch weltweit Abnehmer finden. Neben den politischen Krisen und der Ausweitung der Kriegsgebiete ist mit einer stetigen Veränderung der Absatzmärkte zu rechnen, was insbesondere seitens der produzierenden Unternehmen in Deutschland weiterhin noch stärker zu großem Flexibilitätsbedarf führt. Diesen Bedarf kann die Zeitarbeit decken, wobei sich der auch hier bereits vorhandene Fachkräftemangel als Bremse bei der Weiterentwicklung auswirkt. 

Durch flexible Arbeitszeiten und die Möglichkeit der flexiblen Nutzung von Betriebsmitteln erhalten Arbeitnehmer mehr Souveränität und mehr Freiheit bei Entscheidungen, die ihre Arbeitskraft, ihren Arbeitseinsatz und den Arbeitsort betreffen. Flexible Beschäftigung wird – ebenso wie Spezialisierung und Aufgabenteilung – in der digitalen Arbeitswelt immer wichtiger.

Die Anforderungen verändern sich

War früher die Zeitarbeit eher dann gefragt, wenn es um das Abdecken von kurzfristigen Auftragsspitzen oder Personalengpässen, z.B. bei Krankheit eigener Mitarbeiter, ging, so wird die Zeitarbeit heute von Kundenunternehmen strategisch genutzt. Das bedeutet hier vor allem die Einbeziehung der Faktoren „schnelle Verfügbarkeit“ und „flexible Personalpolitik“. Auch erwarten heute Kundenunternehmen zusätzliche Dienstleistungen wie Personalvermittlung, Weiterbildung, Projektarbeit, Outsourcing-Lösungen und innovative Lösungskonzepte. Das erfordert eine stetige Professionalisierung von Zeitarbeitsunternehmen.

Zeitarbeit als moderne Personaldienstleistung bietet aber mehr als die reine Überlassung des Personals. Projektmanagement und Interimmanagement sind ebenfalls nur ein kleiner Teil dessen, was moderne Personaldienstleister teilweise parallel anbieten. Die meist projektbezogenen Spezialisten, Führungskräfte und Manager, die entweder als Freelancer, im Rahmen eines Dienst- oder Werkvertrages oder häufig auch über Arbeitnehmerüberlassung beschäftigt werden, weisen mit ihren Wachstumsraten auf einen rasant steigenden Bedarf hin. Durch ihren Einsatz verändert sich die Landschaft der klassischen Zeitarbeit deutlich.

Auch die Kundenseite verändert sich


Die ansteigende Verlagerung von Zuständigkeiten und Aufgaben von Personalabteilungen in Shared Service Center, die Übernahme von Dienstleistungen im Rahmen von On-Site-Management oder auch Outsourcing z.B. der Personalbeschaffung oder auch von administrativen Tätigkeiten im HR-Umfeld, nehmen zu. Auch hier sind gut aufgestellte Personaldienstleister die HR-Partner der Zukunft.

Oftmals sucht das Kundenunternehmen nur oberflächlich die Lösung des Problems über die Zeitarbeit. Tatsächlich kann dies je nach Thema nicht die optimale Lösung für sein Problem sein. Beispiele von Anfragen könnten sein: eine Dokumentation für ein Audit soll erstellt werden, für eine Großveranstaltung steht eine Mailingaktion inkl. der Adressaufbreitung an oder es "brennt" in der Lohn- und Gehaltsbuchhaltung. Hier sind Personaldienstleister gefordert, die eine hohe Fachkompetenz haben und die Prozesse verstehen. Ist dies vorhanden, dann kann es gelingen, dem Kundenunternehmen die passende Lösung zu bieten. Ein Freelancer übernimmt das Projekt kurzfristig oder der Personaldienstleister löst das Thema "Inhouse" mit seinen Fachkräften. Natürlich kann auch die Überlassung von geeigneten Mitarbeitern die richtige Lösung sein. Um dies zu erkennen, müssen die Personaldienstleister aber eine hohe Fachkompetenz aufweisen und auch einen Überblick über technische Möglichkeiten der ortsunabhängigen Zusammenarbeit haben.

Zeitarbeitsunternehmen als Consulter


Auch in anderer Form ist eine gewisse Kreativität und Dynamik gefragt. Stellt sich das Problem, dass eine Vollzeitkraft für eine konkrete Position nicht zu finden ist, die beim Kundenunternehmen zu besetzen ist, dann könnten Modelle greifen mit zwei oder drei Teilzeitkräften. Hier sind Personaldienstleister gefragt, die die Mitarbeiter nicht nur überlassen sondern auch koordinieren. Die Lösung könnte sein, es übernimmt eine Mitarbeiterin die Arbeiten in Teilzeit beim Kunden vor Ort und eine zweite Mitarbeiterin arbeitet dieser vom Home Office aus zu. Sie übernimmt die Aufgaben, für die eine Präsenz vor Ort nicht zwingend erforderlich ist. Auch solche Modelle kreativ auszugestalten und zu begleiten werden die Aufgaben zukünftiger Personaldienstleister sein.

Dafür ist es wichtig, dass der Ansprechpartner auf der Seite der Personaldienstleister über umfassende Kenntnisse und bereichsübergreifende Erfahrungen aus dem HR-Bereich verfügt. So sollte die Projektbearbeitung häufig in Form einer Analyse der Problemstellung verlaufen. Daraus folgt eine genaue Beschreibung des Zieles mit ausführlicher Ausarbeitung möglicher Lösungskonzepte. Wenn das gelingt, sind Unternehmen für die Zukunft gut gerüstet.


Die Autorin:

Ariane Durian ist Bundesvorsitzende des Interessenverbandes Deutscher Zeitarbeitsunternehmen (iGZ) und Geschäftsführerin der Unternehmen CONNECT Personal-Service GmbH und CONNECT HR-Consulting in Karlsruhe.


 

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